Zukunftsorientierte St. Ingberterinnen und St. Ingberter haben im vergangenen Jahrzehnt dafür gekämpft, dass die von industrieller Vergangenheit geprägte Mittelstadt St. Ingbert in die Biosphärenregion Bliesgau aufgenommen wird. Das Engagement und die Überzeugungskraft haben sich gelohnt. Die UNESCO hat St. Ingbert bewusst in die Biosphärenregion aufgenommen, um eine nachhaltige Entwicklung von Stadt und ländlichem Raum als Modellversuch auf den Weg zu bringen. Dies ist neu und einmalig . St. Ingbert hat dadurch ein besonderes Alleinstellungsmerkmal in ganz Deutschland, ja Europa.
In diesem Jahrzehnt hat St. Ingbert nun die große Chance durch nachhaltige und interkommunale Politik , Lebens – und Wirtschaftsweise beispielhaft unter Beweis zu stellen, dass sie die UNESCO – Anerkennung verdient. 2019 wird die UNESCO überprüfen, ob St. Ingbert und die gesamte Biosphärenregion dem Auftrag gerecht geworden sind und das Prädikat behalten dürfen. Diese außergewöhnliche Zukunftschance darf nicht verspielt werden.
Alle Bürger , gesellschaftlichen Gruppen, kommunale Parlamente und Verwaltungen St. Ingberts sind nun aufgerufen, in den nächsten Jahren die nachhaltige Zukunftsentwicklung der Biosphärenstadt in allen Lebensbereichen gemeinsam um zu setzen. Dabei kommt es auf innovative, intelligente und effiziente Ideen/ Lösungen/Investitionen an. Besonders die demographische Entwicklung ist hierbei zu berücksichtigen.
Trotz städtischer Siedlung muss z. B. im ökologischen Bereich konsequent gehandelt werden: im Naturschutz, Wasser und- Gewässerschutz , Bodenschutz, Artenschutz, bei naturnaher Waldbewirtschaftung, Abfallwirtschaft/ Kreislaufwirtschaft( neues Wertstoffzentrum, Restmüllverwiegung), Klimaschutz /Ausbau Erneuerbarer Energien –Steigerung der Energieeffizienz, beim Ausbau des sanften Verkehrs wie OPNV, Radwegenetz , bei entsprechender städtebaulicher Weiterentwicklung usw.
Der schon begonnene Weg hin zu einem wirkungsvollen Gesundheitsstandort inkl. Erholung und Wellness usw. hat noch große Entfaltungsmöglichkeiten z. B .im Gesundheitspark, aber auch durch private Unternehmen.
St. Ingbert kann seinen schon starken Bildungsstandort für die Biosphäre durch neue Angebote noch breiter und zukunftsgerichteter ausbauen.
Das Betreuungsangebot in Schulen, Krippen, Kindergärten, Tagestätten usw. kann noch erweitert, qualifiziert und um Biosphäreninhalte, gesunde Essensangebote und naturnahe Einrichtungen erweitert werden.
Das VHS – Angebot ist um weitere Bildungsinhalte z.B. Biosphäre anzureichern.
Neue Modelle des Zusammenlebens wie z.B. in 3-Generationenhäusern können ausprobiert werden.
Zusätzliche Freizeit- Angebote und bessere Strukturen für Jung und Alt können realisiert werden, insbesondere in den Stadt – und Ortsteilen.
Der schleichenden Armut bei Kindern, bei Alleinerziehenden, Jungen und Alten ist aktuell und vorbeugend entgegen zu wirken.
Integration, interkultureller und interreligiöser Dialog sollten organisiert und intensiviert werden .Der Ausländerbeirat ist hier u.a. gefordert.
Die Kunst –und Kulturstadt muss wieder mehr gestärkt werden durch die Verwirklichung des Kunst- und Kulturzentrums mit dem Weisgerbermuseum, durch das Jugend- und Bildungszentrum in der ehemaligen Baumwollspinnerei.
Die Revitalisierung der St. Ingberter Industriekultur muss weiter geführt und mit Leben gefüllt werden wie z.B. in der Alten Schmelz.
Die industrielle Vergangenheit könnte durch ein Industriemuseum lebendig gehalten werden.
Der Weg der Revitalisierung alter Industriebrachen ist fort zu setzten z.B. auf dem ehemaligen Klebergelände.
Auf dem Feld der Wirtschaft muss St. Ingbert auf zukunftsorientierte, ökologische und soziale Zukunftsmärkte , Zukunftsbranchen, Unternehmen, Produkte/ Dienstleistungen, Produktionsverfahren und logistische Strukturen setzen. Unternehmen in den Feldern Forschung und Entwicklung sind zu gründen oder anzusiedeln. Die Nähe zur Universität Saarbrücken ist hier zu nutzen.
Das Wirtschaftsleben in der Innenstadt und in den Ortszentren muss durch innovative Wirtschaftsförderung und innovatives Citymanagement gestärkt werden. Hierbei sind neue Angebote im inhaltlichen Sinne der Biosphäre aufzugreifen. Schließlich ist St. Ingbert großer Markt für Produkte aus dem ländlichen Raum der Biosphäre.
St. Ingbert kann als Teil der Biosphäre auf allen Feldern interessante touristische Angebote entwickeln und bewerben. Die Stadtverwaltung hat z.B. in Zusammenarbeit mit der Saar –Pfalz- Touristik tolle Angebote rund um das zukünftige Kunst- und Kulturzentrum in der ehemaligen Baumwollspinnerei entworfen. Hier gibt es für St. Ingbert noch ein großes Potenzial auszuschöpfen.
Bürgerinitiativen wie z.B. die Solarinitiative, die Bürgersolargenossenschaft, Fahrradinitiative, der Kinowerkstattverein, der Eine Weltladen, Kirchen und caritative Organisationen ( Sozialtafel, Sozialkaufhaus) , viele Vereine , Stadt –und Ortsräte, Stadtverwaltung und Unternehmen haben schon auf vielfältige Weise begonnen die Weichen im Sinne der Biosphärenstadt/Biosphäre zu stellen. Dies gilt es in den kommenden Jahren in aller Breite fortzusetzen und zu intensivieren.
Die EU, der Bund, das Land, bieten umfangreiche Fördermittel an, die für kommunale und interkommunale Projekte heran gezogen werden können. Dafür müssen in der Stadt, in allen Kommunen der Biosphäre, beim Biosphärenzweckverband, beim Land Spezialisten für die Fördermittelprogramme , Fördermittelbeantragung und Erlangung eingesetzt und koordiniert werden.
Ebenso müssen in diesem Sinne in St. Ingbert und den anderen Kommunen Projektentwickler installiert und ans Werk gehen.
Auch die neue Landesregierung unterstützt die Biosphärenstadt St. Ingbert wie die gesamte Biosphärenregion Bliesgau mit Sicherheit gerne, denn die Biosphärenregion ist auch eine Aushängeschild für das gesamte Land.
Nutzen wir in diesem neuen Jahrzehnt die große Chance als Stadt in der Biosphäre Bliesgau.